Rotlichttherapie bei Schuppenflechte: Was die Forschung sagt
Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine dermatologische Beratung. Psoriasis ist eine chronische Erkrankung, die ärztlich begleitet werden sollte. Besprich jede ergänzende Maßnahme – einschließlich Rotlichttherapie – mit deinem Hautarzt, bevor du sie anwendest. Die hier dargestellten Informationen basieren auf wissenschaftlichen Studien und stellen keine Heilversprechen dar.
Kurz & Knapp: Die Forschung zu Rotlicht (Photobiomodulation) bei Psoriasis ist vielversprechend – eine Studie aus Nature Scientific Reports (Dezember 2025) zeigt, dass LED-Rotlicht (633nm) die übermäßige Zellteilung und epidurale Verdickung in Psoriasis-Modellen reduzieren kann. Rotlicht ist jedoch kein Ersatz für bewährte Therapien, sondern kommt als mögliche Ergänzung infrage. Empfohlen wird 633nm als primäre Wellenlänge, 3–5 Sitzungen pro Woche.
Schuppenflechte – in der medizinischen Fachsprache Psoriasis – gehört zu den häufigsten chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen weltweit. Allein in Deutschland leben schätzungsweise 2 bis 2,5 Millionen Betroffene. Die Krankheit äußert sich typischerweise durch gerötete, schuppende Hautstellen, die oft mit Juckreiz und in manchen Fällen mit Gelenkbeschwerden einhergehen. Trotz großer Fortschritte in der Behandlung mit Biologika und Immunmodulatoren suchen viele Patienten nach ergänzenden Ansätzen, die sie im Alltag selbst anwenden können.
Ein solcher Ansatz, der in den vergangenen Jahren zunehmend wissenschaftlich untersucht wird, ist die Rotlichttherapie – in der Medizin als Photobiomodulation (PBM) bezeichnet. Doch was sagt die aktuelle Forschung? Kann Rotlicht tatsächlich bei Schuppenflechte helfen? In diesem Artikel fassen wir den Wissensstand zusammen – ehrlich, evidenzbasiert und ohne übertriebene Versprechen.
Was ist Psoriasis?
Psoriasis ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung der Haut, die in Schüben verläuft. Das Immunsystem greift fälschlicherweise die eigenen Hautzellen (Keratinozyten) an und löst dadurch eine übermäßige Zellteilung aus. Normalerweise erneuert sich die Haut innerhalb von etwa 28 Tagen. Bei Psoriasis geschieht dieser Prozess in nur 3 bis 7 Tagen – es kommt zur Bildung der typischen silbrig-weißen Schuppen und geröteten plaques.
An der Krankheit sind mehrere biologische Mechanismen beteiligt:
- Keratinozyten-Hyperproliferation: Die Hautzellen teilen sich unkontrolliert schnell.
- Immunologische Fehlregulation: T-Zellen und Entzündungsbotenstoffe (Zytokine wie IL-17, IL-22, TNF-α) spielen eine zentrale Rolle.
- STAT3-Signalweg: Dieser Signalweg ist bei Psoriasis besonders aktiv und treibt sowohl die Zellteilung als auch die Entzündungsreaktionen voran.
Die Standardbehandlung reicht von lokal aufgetragenen Kortikosteroiden und Vitamin-D-Analoga über Phototherapie (Schmalband-UVB, 308-nm-Excimer-Laser) bis hin zu systemischen Therapien wie Biologika. Rotlichttherapie wird aktuell als mögliche Ergänzung dieser Behandlungsstrategien untersucht.
Die Studienlage: December 2025 gibt Anlass zur Hoffnung
Die Forschungslage zu Rotlicht bei Psoriasis hat im Dezember 2025 einen bedeutenden Meilenstein erreicht. Eine im Fachjournal Nature Scientific Reports veröffentlichte Studie liefert erstmals detaillierte mechanistische Einblicke in die Wirkung von LED-Rotlicht auf Psoriasis-Zellmodelle und Mausmodelle.
Die Studie im Detail
Forscher um Austin et al. (2025, Scientific Reports 15:43317, DOI: 10.1038/s41598-025-27186-4) untersuchten die Wirkung von LED-Rotlicht (LED-RL) mit einer Wellenlänge von 633 ± 15 nm auf drei Modellsystemen:
- In-vitro-Keratinozyten (menschliche Hautzellen)
- 3D-Hautmodelle (künstlich gezüchtete Hautäquivalente)
- Mausmodelle mit psoriasisähnlicher Hautentzündung
Zentrale Ergebnisse
Die Ergebnisse waren über alle drei Modellsysteme hinweg konsistent und statistisch signifikant:
-
Reduzierte Keratinozyten-Proliferation: LED-RL mit Dosen von 320 und 640 J/cm² verringerte die Zellteilung der Keratinozyten signifikant – und zwar ohne Zelltod (Apoptose) auszulösen. Der Effekt beruht offenbar auf einer Modulation des Zellzyklus: die Zellen verbleiben vermehrt in der Ruhephase (G1-Arrest) und treten seltener in die Teilungsphase (S-Phase) ein.
-
Hemmung der STAT3-Phosphorylierung: Dies ist einer der wichtigsten Befunde. Der STAT3-Signalweg ist ein zentraler Pathomechanismus bei Psoriasis. In der Studie reduzierte LED-RL die Phosphorylierung (Aktivierung) von STAT3 in IL-22-stimulierten Keratinozyten. STAT3 aktiviert entzündungs- und proliferationsfördernde Gene – seine Hemmung könnte also gleich an zwei krankheitsrelevanten Hebeln ansetzen.
-
Reduzierte epidurale Verdickung: In den 3D-Hautmodellen verringerte eine Dosis von 640 J/cm² die durch IL-22 ausgelöste epidurale Verdickung. In den Maussexperimenten führte eine tägliche Dosis von 1280 J/cm² zu einer signifikanten Reduktion der epidermalen Dicke – sowohl bei vorbeugender als auch bei nachsorgender Anwendung.
Einordnung der Ergebnisse
Die Studie liefert eine überzeugende wissenschaftliche Grundlage für den Einsatz von Rotlicht bei Psoriasis. Die Kombination aus In-vitro-, 3D- und In-vivo-Daten stärkt die Aussagekraft erheblich. Gleichzeitig gibt es wichtige Einschränkungen:
- Die Experimente wurden an Zellkulturen, künstlicher Haut und Mäusen durchgeführt – nicht direkt an menschlichen Patienten. Die Übertragbarkeit auf die klinische Praxis muss noch in Studien mit Psoriasis-Betroffenen bestätigt werden.
- Die verwendeten Lichtdosen (320–1280 J/cm²) sind deutlich höher als das, was typische Heimgeräte in einer einzelnen Sitzung liefern.
- Es handelt sich um eine Studie – weitere Forschungsarbeiten sind nötig, um die Ergebnisse zu replizieren und zu erweitern.
Dennoch: Die Studie liefert den bisher solidesten mechanistischen Nachweis dafür, dass Rotlicht tatsächlich auf zellulärer Ebene gegen die Kernmechanismen der Psoriasis wirken kann.
Wie wirkt Rotlicht auf die Haut? Der Wirkmechanismus
Die Photobiomodulation (PBM) nutzt rotes und nahinfrarotes Licht (typischerweise 620–850 nm), um zelluläre Prozesse zu beeinflussen. Der primäre Angriffspunkt ist das Cytochrom-c-Oxidase-Enzym in den Mitochondrien – den Kraftwerken der Zelle.
Die wichtigsten Wirkmechanismen im Überblick
Mitochondriale Aktivierung: Rotlicht wird von Cytochrom c Oxidase absorbiert, was die ATP-Produktion (zelluläre Energie) steigert. Mehr Energie bedeutet mehr Ressourcen für Reparatur- und Regenerationsprozesse.
Entzündungsmodulation: PBM kann die Aktivität des Transkriptionsfaktors NF-κB reduzieren, was die Produktion pro-entztündlicher Zytokine (TNF-α, IL-6, IL-17) senkt. Dieser Effekt ist bei Psoriasis besonders relevant, da die Krankheit von einer chronischen Entzündung angetrieben wird.
STAT3-Hemmung: Wie die Dezember-2025-Studie zeigt, reduziert LED-RL die Phosphorylierung von STAT3 – ein direkt gegen die psoriatische Pathologie gerichteter Effekt. Der STAT3-Signalweg ist bei Psoriasis überaktiv und verantwortlich für sowohl die übermäßige Zellteilung als auch die Entzündungsreaktion.
Normalisierung des Zellzyklus: Durch Verlangsamung des Übergangs in die S-Phase wird die übermäßige Keratinozyten-Proliferation gedrosselt – ohne dabei Apoptose auszulösen. Dies ist ein wichtiger Sicherheitsaspekt.
Verbesserung der Hautbarriere: Durch die Unterstützung der Kollagenproduktion und die Stärkung der extrazellulären Matrix kann PBM zur Wiederherstellung einer intakten Hautbarriere beitragen.
Rotlicht im Vergleich zu etablierten Psoriasis-Behandlungen
Um die Einordnung von Rotlichttherapie zu erleichtern, lohnt sich ein Vergleich mit den Standardbehandlungen:
| Behandlung | Wirkmechanismus | Effektivität | Limitationen |
|---|---|---|---|
| Topische Kortikosteroide | Entzündungshemmung, Immunsuppression | Hoch bei milden Formen | Hautatrophie bei Langzeitanwendung |
| Schmalband-UVB (311 nm) | T-Zell-Apoptose, Keratinozyten-Normalisierung | Sehr hoch, gut untersucht | Zeitaufwändige Klinikbesuche, Hautalterung,kb Krebsrisiko |
| Biologika (z.B. IL-17-, IL-23-Hemmer) | gezielte Immunmodulation | Sehr hoch bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis | Hohe Kosten, systemische Nebenwirkungen, Infektionsrisiko |
| 308-nm-Excimer-Laser | Lokalisierte Phototherapie | Hoch bei lokalisierten Plaques | Nur für einzelne Stellen, Klinik erforderlich |
| Rotlicht (PBM, 633 nm) | STAT3-Hemmung, Entzündungsmodulation, Proliferationsreduktion | Vielversprechend in Modellsystemen, noch begrenzte klinische Evidenz | Keine etablierten Protokolle, begrenzte klinische Daten |
Rotlichttherapie zeichnet sich durch einige potenzielle Vorteile aus:
- Keine UV-Strahlung: Im Gegensatz zur UVB-Phototherapie enthält Rotlicht keine ultravioletten Anteile und gilt als sicherer hinsichtlich Hautalterung und Krebsrisiko.
- Keine pharmazeutischen Nebenwirkungen: Rotlicht wirkt nicht über den Blutkreislauf, sondern lokal auf die Hautzellen.
- Heimanwendung möglich: Nach ärztlicher Rücksprache können geeignete LED-Panels zu Hause eingesetzt werden – ohne Kliniktermine.
- Verträglichkeit: PBM gilt als nebenwirkungsarm und gut verträglich.
Dem stehen wesentliche Einschränkungen gegenüber:
- Die klinische Evidenz am Menschen ist noch begrenzt.
- Es gibt keine standardisierten Dosierungsprotokolle für Psoriasis.
- Rotlicht heilt nicht – es kann allenfalls symptomlindernd wirken.
- Bei schwerer Psoriasis reicht Rotlicht alleine nicht aus.
Welche Rotlicht-Geräte sind für Psoriasis geeignet?
Falls du nach Rücksprache mit deinem Hautarzt Rotlicht als Ergänzung ausprobieren möchtest, ist die Wahl des richtigen Geräts entscheidend. Die Dezember-2025-Studie nutzte eine Wellenlänge von 633 nm mit einem Omnilux-Gerät. Für die Heimanwendung eignen sich folgende Gerätetypen:
LED-Panels für größere Hautareale
Wenn mehrere Körperstellen betroffen sind – etwa Ellenbogen, Kniekehlen oder der Rücken – ist ein großflächiges LED-Panel die flexibelste Option. Achte auf folgende Kriterien:
- Wellenlänge: 633 nm (entspricht der Studie) oder 660 nm (ebenso in der Photobiomodulation etabliert). Einige Geräte bieten beide Wellenlängen in Kombination mit 850 nm (Nahinfrarot) an.
- Leistungsdichte: Achte auf eine ausreichende мощность (gemessen in mW/cm²), um therapeutisch relevante Dosen zu erreichen.
- Fläche: Für größere Körperstellen sollten Panels mindestens 30 × 20 cm abdecken.
Das FliKEZE 78 LED Rotlichttherapie-Panel bietet eine Volldeklaration mit mehreren Wellenlängen und eine großflächige Bestrahlungsfläche, die sich für die Anwendung auf Rücken, Beinen und Armen eignet. Mit seiner Kombination aus 633-660nm Rotlicht und 850nm Nahinfrarot deckt es den Forschungsschwerpunkt ab.
Das Nebula 300W Rotlicht-LED-Panel ist ein leistungsstarkes 300-Watt-Panel, das ebenfalls mehrere Wellenlängen kombiniert und sich für größere Behandlungsflächen eignet. Die höhere Leistung ermöglicht kürzere Behandlungszeiten pro Sitzung.
Medizinische Rotlicht-Geräte
Für eine intensivere Anwendung stehen Geräte mit Medizinprodukt-Zulassung zur Verfügung. Das Beurer IL 60 Infrarot-Wärmestrahler ist als Medizinprodukt klassifiziert und wurde speziell für die Anwendung bei Haut- und Muskelbeschwerden entwickelt. Die 300-Watt-Infrarotlampe liefert wohltuende Wärme und Tiefenwirkung.
PDT-Geräte für die photodynamische Therapie
Die photodynamische Therapie (PDT) kombiniert Rotlicht mit einem Photosensitizer (z. B. Aminolävulinsäure) und wird in der Dermatologie bereits bei verschiedenen Erkrankungen eingesetzt. Das Dr. Müller PDT 4in1 ist ein Multitalent, das verschiedene Lichttherapie-Modi in einem Gerät vereint und sich sowohl für die Rotlichttherapie als auch für die PDT eignet.
Welche Wellenlänge ist ideal?
Für Psoriasis-Anwendungen empfiehlt sich auf Basis der verfügbaren Forschung:
- 633 nm: Entspricht direkt der im Nature-Artikel verwendeten Wellenlänge und hat die stärkste Evidenzbasis.
- 660 nm: Ebenfalls gut untersucht und von den oberen Hautschichten gut absorbiert.
- 850 nm (Nahinfrarot): Dringt tiefer ins Gewebe ein und kann bei tieferliegenden Entzündungsprozessen unterstützen. Kann als Ergänzung sinnvoll sein.
Eine Kombination aus Rotlicht (633–660 nm) und Nahinfrarot (850 nm) ist die vielseitigste Option für zu Hause.
Empfohlenes Anwendungsprotokoll
Auf Basis der verfügbaren Forschung und allgemeiner PBM-Empfehlungen lässt sich folgendes Protokoll ableiten – allerdings mit dem wichtigen Hinweis, dass konkrete Protokolle für Psoriasis noch nicht standardisiert sind:
| Parameter | Empfehlung |
|---|---|
| Wellenlänge | 633–660 nm (primär) + 850 nm (ergänzend) |
| Dosis | 3–20 J/cm² pro Bereich (niedrig) bis 50–100 J/cm² (mittelhoch) |
| Abstand | 15–30 cm (bei Panels) |
| Dauer pro Bereich | 10–20 Minuten |
| Frequenz | 3–5 Mal pro Woche |
| Mindestdauer | 6–8 Wochen für erste Einschätzung |
Wichtige Anwendungshinweise
-
Ärztliche Rücksprache zuerst: Besprich die Rotlichttherapie mit deinem Dermatologen, bevor du sie beginnst – insbesondere wenn du systemische Medikamente einnimmst oder photosensibilisierende Wirkstoffe nutzt.
-
Sanft beginnen: Starte mit 5–10 Minuten bei einem Abstand von 30 cm und steigere langsam. Beobachte die Hautreaktion in den nächsten 24 Stunden.
-
Hautpflege beibehalten: Rotlicht ersetzt nicht deine Basispflege mit rückfettenden Cremes und deinen ärztlich verordneten Medikamenten. Rotlicht kann jedoch die Aufnahme von Pflegeprodukten auf der Haut verbessern – trage deine Cremes nach der Bestrahlung auf.
-
Nicht auf offenen Stellen: Bei stark entzündeten, nässenden oder offenen Hautstellen solltest du die Rotlichttherapie aussetzen und ärztlichen Rat einholen.
-
Regelmäßig dokumentieren: Mache unter gleichen Lichtbedingungen Fotos der betroffenen Stellen, um nach 6–8 Wochen objektiv beurteilen zu können, ob sich etwas verändert hat.
-
Geduld mitbringen: Erwartungsgemäß zeigen sich Ergebnisse erst nach mehreren Wochen regelmäßiger Anwendung – schnelle Besserungen sind nicht zu erwarten.
Grenzen und ehrliche Einordnung
Die Dezember-2025-Studie liefert zweifellos ermutigende Daten. Es ist jedoch wichtig, die Grenzen klar zu benennen:
- Kein Heilmittel: Rotlicht kann Psoriasis nach dem aktuellen Forschungsstand nicht heilen. Das gilt für alle bekannten Behandlungen – Rotlicht bietet hier keine Ausnahme.
- Ergänzende Therapie: Rotlicht kommt als Ergänzung zur bewährten Behandlung infrage, niemals als Ersatz. Bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis sind Biologika oder systemische Therapien weiterhin die wirksamste Option.
- Begrenzte klinische Evidenz: Die positive Datenlage stammt überwiegend aus Labor- und Tiermodellen. Große klinische Studien mit Psoriasis-Patienten stehen noch aus.
- Individuelle Ergebnisse variieren: Nicht bei jedem Betroffenen zeigen sich Verbesserungen – individuelle Unterschiede in Hauttyp, Schweregrad und的其他 Faktoren spielen eine Rolle.
- Kein Ersatz für Dermatologen: Die Selbstbehandlung ohne ärztliche Begleitung kann dazu führen, dass notwendige Behandlungen verzögert werden.
Wann solltest du unbedingt zum Hautarzt?
Bestimmte Situationen erfordern in jedem Fall ärztlichen Rat – Rotlichttherapie kann hier kein Ersatz sein:
- Bei erstmals auftretender oder sich rasch verschlechternder Psoriasis
- Bei Gelenkbeteiligung (Psoriasis-Arthritis) – hier sind frühzeitige systemische Therapien wichtig
- Bei Schwangerschaft oder Stillzeit (Sicherheit von PBM nicht ausreichend untersucht)
- Bei Einnahme von photosensibilisierenden Medikamenten (z. B. bestimmte Antibiotika, Neuroleptika)
- Bei Kinderpsoriasis – hier ist besondere Vorsicht geboten
Erfahrungen aus der Anwendung
Viele Psoriasis-Betroffene berichten in Online-Foren und Patienten-Communities über ihre Erfahrungen mit Rotlichttherapie. Häufig genannte Beobachtungen sind:
- Verbessertes Hautbild: Einige Anwender berichten über weniger Schuppung und glattere Haut nach mehreren Wochen regelmäßiger Anwendung.
- Weniger Juckreiz: Die entzündungshemmende Wirkung kann in manchen Fällen den Juckreiz lindern.
- Angenehme Anwendung: Die milde Wärme des Rotlichts wird als wohltuend beschrieben – ein psychologischer Effekt, der nicht unterschätzt werden sollte.
- Keine Wunderheilung: Die meisten Erfahrungsberichte beschreiben moderate, graduelle Verbesserungen, keine plötzlichen Verschwinden der Symptome.
Erfahrungsberichte sind keine wissenschaftliche Evidenz. Der Placebo-Effekt, natürliche Schwankungen im Krankheitsverlauf und die Kombination mit anderen Behandlungen erschweren die Beurteilung.
Fazit: Vielversprechend, aber nicht überbewerten
Die Forschung zu Rotlicht bei Psoriasis hat im Dezember 2025 einen wichtigen Fortschritt erzielt. Die Studie aus Nature Scientific Reports liefert erstmals einen detaillierten mechanistischen Nachweis dafür, dass LED-Rotlicht (633nm) auf zellulärer Ebene gegen die Kernmechanismen der Psoriasis wirken kann – insbesondere durch Hemmung der Keratinozyten-Proliferation und des STAT3-Signalwegs.
Gleichzeitig ist die Studienlage noch begrenzt: Die positiven Ergebnisse stammen aus Labor- und Tiermodellen, nicht aus großen klinischen Studien an Patienten. Konkrete, evidenzbasierte Dosierungsprotokolle für die Heimanwendung gibt es noch nicht.
Wenn du Rotlichttherapie als Ergänzung in Betracht ziehst, beachte folgende Punkte:
- Besprich es mit deinem Hautarzt – das ist keine Floskel, sondern wichtig für die Sicherheit und die richtige Einordnung.
- Erwarte keine Wunder – rechne mit subtilen, graduellen Veränderungen über Wochen, nicht mit sofortiger Besserung.
- Behalte deine bewährte Behandlung bei – Rotlicht ergänzt, ersetzt nicht.
- Starte vorsichtig – beginne mit kurzen Sitzungen und beobachte deine Hautreaktion.
- Sei geduldig und konsequent – mindestens 6–8 Wochen regelmäßige Anwendung sind nötig, um eine Einschätzung zu ermöglichen.
Die Forschung entwickelt sich dynamisch weiter. Es ist gut möglich, dass Rotlichttherapie in den kommenden Jahren einen festen Platz als ergänzende Option in der Psoriasis-Behandlung einnehmen wird – aber derzeit ist sie noch ein vielversprechender Forschungsansatz, kein etabliertes Standardverfahren.
Möchtest du mehr über die wissenschaftlichen Grundlagen der Rotlichttherapie erfahren? In unserem Artikel Wie funktioniert Rotlichttherapie? erklären wir den Wirkmechanismus ausführlich. Und in unserer Kaufberatung helfen wir dir, das passende Gerät für deine Bedürfnisse zu finden.
Quellen
- Austin, E., Koo, E., Kabakova, M. et al. (2025). Light-emitting diode red light attenuates epidermal thickening and keratinocyte proliferation in psoriasis models. Scientific Reports 15, 43317. DOI: 10.1038/s41598-025-27186-4
- Hamblin, M.R. (2017). Mechanisms and applications of the anti-inflammatory effects of photobiomodulation. AIMS Biophysics, 4(3), 337–361. DOI: 10.3934/biophy.2017.3.337
- Jalal Maghfour, M. et al. (2024). Photobiomodulation CME Part I: Overview and Mechanism of Action. Journal of the American Academy of Dermatology, 91(5), 793–802. DOI: 10.1016/j.jaad.2023.10.073
- Jalal Maghfour, M. et al. (2024). Photobiomodulation CME Part II: Clinical Applications in Dermatology. Journal of the American Academy of Dermatology, 91(5), 805–815. DOI: 10.1016/j.jaad.2023.10.074
- Kleinpenning, M.M. et al. (2012). Efficacy of blue light vs. red light in the treatment of psoriasis: a double-blind, randomized comparative study. Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology, 26(2), 219–225. DOI: 10.1111/j.1468-3083.2011.04039.x
- Fernández-Guarino, M. (2024). Unlocking the Power of Light on the Skin: A Comprehensive Review on Photobiomodulation. International Journal of Molecular Sciences, 25(8), 4483. DOI: 10.3390/ijms25084483
- Pavlis, M. (2025). Photobiomodulation and Photodynamic Therapy Using Red LED Light in Dermatology: A Narrative Review. Bratislava Medical Journal. DOI: 10.1007/s44411-025-00272-9
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Häufig gestellte Fragen
Hilft Rotlichttherapie bei Schuppenflechte?
Aktuelle Forschung, insbesondere eine Studie aus Nature Scientific Reports (Dezember 2025), zeigt vielversprechende Ergebnisse: LED-Rotlicht (633nm) reduzierte in Psoriasis-Modellen die übermäßige Zellteilung der Haut und verringerte die epidurale Verdickung. Die Studienlage ist jedoch noch begrenzt – Rotlicht wird als ergänzende, nicht als alleinige Therapie diskutiert.
Welche Wellenlänge ist bei Psoriasis am wirksamsten?
Die Forschung konzentriert sich auf 633nm (sichtbares Rot), das sich als wirksam erwiesen hat. Die Dezember-2025-Studie nutzte genau diese Wellenlänge. Auch 660nm werden in der Photobiomodulation häufig eingesetzt. Für tieferliegende Entzündungsprozesse kann eine Kombination mit Nahinfrarot (850nm) sinnvoll sein.
Kann Rotlichttherapie Psoriasis heilen?
Nein. Rotlichttherapie kann Psoriasis nach dem aktuellen Forschungsstand nicht heilen – keine bekannte Behandlung kann das. Die Forschung deutet darauf hin, dass Rotlicht als ergänzende Therapie die Symptome lindern und die Hautregeneration unterstützen könnte. Rotlicht ersetzt in keinem Fall die ärztlich verordnete Behandlung.
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Wie oft sollte man Rotlicht bei Psoriasis anwenden?
Konkrete Dosierungsprotokolle für Psoriasis sind noch nicht standardisiert. Die December-2025-Studie nutzte Dosen von 320–1280 J/cm². Bei der Heimanwendung empfehlen sich 3–5 Sitzungen pro Woche à 10–20 Minuten pro Bereich über mindestens 6–8 Wochen. Beginne vorsichtig mit kürzeren Sitzungen und steigere nach Hautverträglichkeit.
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