Glossar: Fachbegriffe der Rotlichttherapie
Die wichtigsten Begriffe rund um Rotlichttherapie und Photobiomodulation — verständlich erklärt. Von Grundlagen wie Wellenlänge und Dosis bis zu Fachbegriffen wie Cytochrom-c-Oxidase und biphasische Dosis-Wirkung.
- ATP (Adenosintriphosphat)
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Adenosintriphosphat ist der universelle Energieträger in allen lebenden Zellen. Mitochondrien produzieren ATP über die Atmungskette. Rotlichttherapie kann die ATP-Produktion steigern, indem sie Cytochrom-c-Oxidase aktiviert — was den Zellen mehr Energie für Reparatur- und Regenerationsprozesse liefert.
Mehr dazu: Wie Rotlichttherapie wirkt
- Behandlungsabstand
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Der Abstand zwischen dem Rotlichtgerät und der Haut, typischerweise 5–30 cm. Der Abstand beeinflusst die Bestrahlungsstärke erheblich: Verdoppelung des Abstands reduziert die Intensität auf etwa ein Viertel (inverses Quadratgesetz). Der optimale Abstand hängt vom Gerät und Anwendungsgebiet ab.
Mehr dazu: Anwendung, Dauer & Abstand
- Bestrahlungsstärke (mW/cm²)
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Die Leistungsdichte des Lichts an der Hautoberfläche, gemessen in Milliwatt pro Quadratzentimeter. Sie gibt an, wie viel Lichtenergie pro Fläche und Zeit auf die Haut trifft. Typische Werte bei Rotlichtpanels liegen bei 30–200 mW/cm² in 15 cm Abstand. Höhere Bestrahlungsstärke bedeutet kürzere Behandlungszeiten.
Mehr dazu: Panel-Vergleich
- Biphasische Dosis-Wirkung
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Auch als Arndt-Schulz-Prinzip bekannt: Zu wenig Licht hat keinen Effekt, die optimale Dosis erzielt den größten Nutzen, und zu viel Licht kann den Effekt umkehren oder sogar hemmen. Deshalb ist die empfohlene Dosis von 3–6 J/cm² pro Sitzung kein willkürlicher Wert, sondern basiert auf dem Bereich mit den besten Studienergebnissen.
Mehr dazu: Ergebnisse & Zeitleiste
- Cytochrom-c-Oxidase (CCO)
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Ein Enzym in den Mitochondrien (Komplex IV der Atmungskette), das als primärer Photoakzeptor für rotes und nahinfrarotes Licht gilt. CCO absorbiert Licht bei 660 nm und 850 nm besonders effektiv. Unter normalen Bedingungen kann Stickstoffmonoxid (NO) dieses Enzym blockieren — Rotlicht löst das NO ab und steigert so die ATP-Produktion.
Mehr dazu: Wirkung erklärt
- EMF (Elektromagnetische Felder)
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Elektrische und magnetische Felder, die von elektronischen Geräten erzeugt werden. Bei Rotlichtgeräten kann das Netzteil und die LED-Ansteuerung EMF erzeugen. Hochwertige Geräte minimieren EMF-Emissionen durch abgeschirmte Netzteile und optimierte Schaltkreise. Gemessen wird üblicherweise in Mikrotesla (µT) oder Milligauss (mG).
Mehr dazu: EMF bei Rotlichtgeräten
- Energiedichte / Dosis (J/cm²)
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Die Gesamtmenge an Lichtenergie, die pro Fläche auf die Haut trifft, gemessen in Joule pro Quadratzentimeter. Berechnung: Bestrahlungsstärke (W/cm²) × Zeit (Sekunden). Die empfohlene Dosis für die meisten Anwendungsgebiete liegt bei 3–6 J/cm² pro Sitzung. Zu wenig ist wirkungslos, zu viel kann kontraproduktiv sein (biphasische Dosis-Wirkung).
Mehr dazu: Anwendung, Dauer & Abstand
- Flickerfreiheit
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Eigenschaft eines Rotlichtgeräts, bei der die LEDs ohne sichtbares oder unsichtbares Flackern leuchten. Manche günstigen Geräte verwenden pulsweitenmodulierte (PWM) Ansteuerung, die ein hochfrequentes Flackern verursacht. Flickerfreie Geräte verwenden Konstantstromtreiber und sind für empfindliche Personen (z. B. bei Migräne) vorzuziehen.
Mehr dazu: Kaufberatung
- Kollagen
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Das häufigste Strukturprotein im menschlichen Körper, das Haut, Knochen, Sehnen und Bindegewebe Festigkeit und Elastizität verleiht. Fibroblasten produzieren Kollagen. Studien deuten darauf hin, dass Rotlichttherapie die Kollagensynthese in Fibroblasten anregen kann — relevant für Hautverbesserung, Wundheilung und Narbenbehandlung.
Mehr dazu: Narbenbehandlung · Wirkung erklärt
- LED vs. Laser
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LEDs (Leuchtdioden) und Laser sind beides Lichtquellen für die Photobiomodulation. LEDs strahlen breitbandiger und in einem größeren Winkel, sind günstiger und können größere Flächen behandeln. Laser sind monochromatisch und gebündelt mit höherer Punktintensität. Studien (Heiskanen & Hamblin, 2018) zeigen vergleichbare klinische Wirksamkeit bei korrekter Dosierung. Heimgeräte verwenden fast ausschließlich LEDs.
Mehr dazu: Panel oder Lampe?
- Mitochondrien
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Die Kraftwerke der Zelle — Organellen, die über die Atmungskette ATP (Energie) produzieren. In den Mitochondrien sitzt Cytochrom-c-Oxidase, der primäre Photoakzeptor für Rotlicht. Durch die Stimulation der Mitochondrien mit Rot- und Nahinfrarotlicht wird die zelluläre Energieproduktion gesteigert, was die Grundlage der Photobiomodulation bildet.
Mehr dazu: Wirkung erklärt
- Nahinfrarot (NIR)
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Licht mit Wellenlängen zwischen etwa 700 und 1.400 nm, unsichtbar für das menschliche Auge. In der Rotlichttherapie wird hauptsächlich 850 nm verwendet. NIR dringt deutlich tiefer ins Gewebe ein als sichtbares Rotlicht (bis zu 4–5 cm) und erreicht Muskeln, Gelenke und Sehnen. Besonders relevant für Schmerzlinderung und Muskelregeneration.
Mehr dazu: 660 nm vs. 850 nm
- Optisches Fenster
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Der Wellenlängenbereich zwischen etwa 600 und 1.100 nm, in dem Licht am effektivsten durch menschliches Gewebe dringt. Unterhalb von 600 nm wird Licht stark von Hämoglobin und Melanin absorbiert, oberhalb von 1.100 nm von Wasser. Innerhalb dieses Fensters liegen die therapeutisch wirksamen Wellenlängen 660 nm und 850 nm.
Mehr dazu: 660 nm vs. 850 nm
- Photobiomodulation (PBM)
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Der wissenschaftliche Fachbegriff für die therapeutische Anwendung von Rot- und Nahinfrarotlicht. PBM beschreibt den Prozess, bei dem spezifische Lichtwellenlängen von Zellen absorbiert werden und dort biochemische Reaktionen auslösen — insbesondere über die Aktivierung von Cytochrom-c-Oxidase in den Mitochondrien. Früher auch als Low-Level-Lichttherapie (LLLT) bezeichnet.
Mehr dazu: Wirkung erklärt
- Stickstoffmonoxid (NO)
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Ein gasförmiges Signalmolekül im Körper mit vielfältigen Funktionen, unter anderem Gefäßerweiterung und Durchblutungsförderung. Im Kontext der Photobiomodulation spielt NO eine doppelte Rolle: Es kann Cytochrom-c-Oxidase blockieren und so die ATP-Produktion hemmen. Rotlicht löst das NO von CCO ab, wodurch die Atmungskette wieder effizienter arbeitet. Das freigesetzte NO fördert zusätzlich die lokale Durchblutung.
Mehr dazu: Wirkung erklärt
- Wellenlänge (nm)
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Die Wellenlänge bestimmt die Farbe und Eindringtiefe des Lichts, gemessen in Nanometern (nm). In der Rotlichttherapie sind zwei Wellenlängen besonders relevant: 660 nm (sichtbares Rot, Eindringtiefe 2–3 mm, ideal für Haut und Oberfläche) und 850 nm (Nahinfrarot, Eindringtiefe 4–5 cm, ideal für Muskeln, Gelenke und tieferes Gewebe). Die meisten hochwertigen Geräte kombinieren beide.
Mehr dazu: 660 nm vs. 850 nm