Rotlicht Check

Rotlichttherapie bei Arthrose & Gelenkschmerzen

Von Redaktion ·

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Rotlichttherapie (Photobiomodulation) ist kein Ersatz für die konventionelle medizinische Therapie von Arthrose. Bei Gelenkschmerzen oder Verdacht auf Arthrose konsultiere bitte deinen Arzt oder Orthopäden. Die hier genannten Studien liefern Hinweise — individuelle Ergebnisse können abweichen.

Was ist Arthrose?

Arthrose (Osteoarthritis) ist die häufigste Gelenkerkrankung weltweit. In Deutschland sind schätzungsweise 5 Millionen Menschen betroffen, vor allem ab dem 50. Lebensjahr. Bei Arthrose baut sich der schützende Knorpel in den Gelenken nach und nach ab. Ohne diese Polsterung reiben Knochen auf Knochen — das führt zu Schmerzen, Steifheit und eingeschränkter Beweglichkeit.

Die häufigsten betroffenen Gelenke sind:

  • Knie (Gonarthrose) — am häufigsten
  • Hüfte (Coxarthrose)
  • Hände und Finger (Fingerpolyarthrose)
  • Schulter (Omarthrose)
  • Wirbelsäule (Spondylarthrose)

Die konventionelle Behandlung umfasst Physiotherapie, Bewegung, Schmerzmedikamente (NSAR), Gewichtskontrolle und in fortgeschrittenen Fällen operative Eingriffe. In den letzten Jahren rückt Photobiomodulation (PBM) als ergänzende, nicht-invasive Methode zunehmend in den Fokus der Forschung.

Wie kann Rotlichttherapie bei Arthrose helfen?

Photobiomodulation wirkt auf zellulärer Ebene über mehrere Mechanismen, die bei Arthrose relevant sein können. Die folgenden Effekte sind in der wissenschaftlichen Literatur beschrieben — sie stellen keine Heilversprechen dar, sondern fassen den aktuellen Forschungsstand zusammen.

1. Entzündungshemmung

Chronische Entzündung ist ein zentraler Faktor bei Arthrose. Die Entzündungsmediatoren TNF-alpha, Interleukin-1 (IL-1) und Interleukin-6 (IL-6) spielen eine Schlüsselrolle beim Fortschreiten der Erkrankung.

Hamblin (2017, Mechanisms and applications of the anti-inflammatory effects of photobiomodulation, AIMS Biophysics) beschreibt detailliert, wie PBM den Transkriptionsfaktor NF-kB moduliert und dadurch die Produktion pro-inflammatorischer Zytokine wie TNF-alpha und IL-6 reduzieren kann. Studien deuten darauf hin, dass dieser entzündungshemmende Effekt die Schwellung und Reizung im Gelenk verringern kann.

2. Schmerzlinderung

Schmerz ist das Leitsymptom der Arthrose und beeinträchtigt die Lebensqualität am stärksten. Die Schmerzlinderung durch PBM scheint über mehrere Wege zu erfolgen:

  • Reduktion der Entzündung (weniger entzündungsbedingte Schmerzreize)
  • Modulation der Nervenleitung (Einfluss auf Schmerzrezeptoren)
  • Freisetzung von Endorphinen (körpereigene Schmerzlinderung)

Nampo et al. (2016, Low-level laser therapy and its effects on pain in musculoskeletal disorders: a systematic review and meta-analysis, Lasers in Medical Science) untersuchten in ihrem Umbrella-Review die Wirksamkeit von PBM bei muskuloskelettalen Beschwerden. Die Meta-Analyse ergab eine signifikante Schmerzreduktion im Vergleich zu Placebo-Behandlungen, besonders bei Knie- und Handarthrose.

3. Durchblutungsförderung

Arthrotische Gelenke leiden häufig unter einer eingeschränkten Durchblutung. Das beeinträchtigt die Versorgung des verbliebenen Knorpels mit Nährstoffen und den Abtransport von Stoffwechselprodukten.

Studien deuten darauf hin, dass PBM die lokale Durchblutung durch die Freisetzung von Stickstoffmonoxid (NO) verbessern kann. Eine bessere Durchblutung kann die Nährstoffversorgung des Gelenks unterstützen und die Heilungsprozesse im umliegenden Gewebe fördern.

4. Potenzieller Knorpelschutz

Ein besonders spannender Forschungsbereich: Es gibt erste Hinweise darauf, dass PBM die Aktivität von Chondrozyten (Knorpelzellen) beeinflussen kann. Studien an Zellkulturen und Tiermodellen deuten darauf hin, dass Rotlicht die Knorpelzellen stimulieren und den Abbau verlangsamen könnte (Hamblin, 2017). Allerdings befindet sich diese Forschung noch in einem frühen Stadium — klinische Studien am Menschen sind nötig, um diese Ergebnisse zu bestätigen.

Studienlage zusammengefasst

Die wissenschaftliche Evidenz für PBM bei Arthrose ist vielversprechend, aber noch nicht abschließend. Hier die wichtigsten Erkenntnisse:

Meta-Analysen und Reviews

Nampo et al. (2016) analysierten in ihrem systematischen Review und Meta-Analyse die verfügbare Literatur zu PBM bei muskuloskelettalen Schmerzen. Die Ergebnisse zeigten eine statistisch signifikante Schmerzreduktion, besonders bei Kniearthrose. Die Autoren merken an, dass die Qualität der Einzelstudien variiert und weitere hochwertige randomisierte kontrollierte Studien wünschenswert sind.

Hamblin (2017) fasst in seiner umfassenden Übersichtsarbeit die anti-inflammatorischen Mechanismen der PBM zusammen. Er beschreibt, wie PBM auf zellulärer Ebene Entzündungsprozesse moduliert — ein Mechanismus, der direkt relevant für die Arthrose-Behandlung ist.

Was die Studien zeigen

  • Schmerzreduktion: Konsistent über mehrere Studien hinweg berichtet
  • Verbesserte Gelenkfunktion: Erhöhte Beweglichkeit und reduzierte Steifigkeit
  • Weniger Medikamentenbedarf: Einige Probanden konnten ihre NSAR-Dosis reduzieren (immer in Absprache mit dem Arzt!)
  • Gute Verträglichkeit: Kaum Nebenwirkungen in den Studien berichtet

Einschränkungen

  • Die optimalen Parameter (Wellenlänge, Dosis, Dauer) sind noch nicht endgültig standardisiert
  • Viele Studien haben relativ kleine Teilnehmerzahlen
  • Die Langzeiteffekte sind noch nicht ausreichend untersucht
  • Nicht jeder Patient spricht gleich gut auf PBM an

Welche Gelenke können profitieren?

Knie (Gonarthrose)

Die am besten untersuchte Anwendung. Das Kniegelenk ist gut zugänglich für Rotlichttherapie, und es gibt die meisten klinischen Daten für diese Indikation. Flexible Therapie-Pads oder Wraps, die du direkt um das Knie wickeln kannst, ermöglichen eine optimale Bestrahlung von allen Seiten.

Hüfte (Coxarthrose)

Aufgrund der tieferen Lage des Hüftgelenks ist Nahinfrarot (850 nm) hier besonders wichtig. Die Eindringtiefe von 850 nm reicht in der Regel aus, um das Hüftgelenk zu erreichen, allerdings ist die Evidenz für Hüftarthrose weniger umfangreich als für das Knie.

Hände und Finger

Kleine Gelenke wie Fingergelenke sprechen oft besonders gut auf PBM an, da sie nah an der Hautoberfläche liegen. Selbst 660 nm (sichtbares Rot) kann hier wirksam sein. Mini-Panels oder Spot-Geräte sind für die Handbehandlung gut geeignet.

Schulter

Die Schulter ist ein komplexes Gelenk mit vielen Weichteilen. PBM kann hier vor allem bei entzündlichen Begleitprozessen (Bursitis, Tendinitis) unterstützend wirken. Ein Half-Body-Panel oder ein flexibles Pad bietet genügend Behandlungsfläche.

Empfohlenes Anwendungsprotokoll

Basierend auf den in der Literatur beschriebenen Protokollen empfehlen wir folgende Parameter als Orientierung. Besprich die Anwendung am besten mit deinem behandelnden Arzt oder Physiotherapeuten.

Wellenlänge

  • 850 nm (Nahinfrarot) ist bevorzugt für Gelenke, da es tief genug ins Gewebe eindringt, um Gelenkkapseln, Knorpel und umliegendes Gewebe zu erreichen
  • 660 nm + 850 nm (Kombination) kann zusätzlich oberflächliche Entzündungen in Haut und Unterhaut über dem Gelenk adressieren

Dosierung

  • Energiedichte: 4-8 J/cm² pro Sitzung (höher als bei Hautanwendungen, weil das Licht tiefer eindringen muss)
  • Bei einem Gerät mit 80 mW/cm² Irradiance entspricht das ca. 50-100 Sekunden Behandlungszeit pro Stelle

Behandlungsdauer und Frequenz

  • 10-15 Minuten pro Gelenk (die gesamte Gelenkfläche erfassen)
  • 3-5 Mal pro Woche für optimale Ergebnisse
  • Erste Verbesserungen typischerweise nach 2-4 Wochen
  • Volles Protokoll: 8-12 Wochen für nachhaltige Effekte

Abstand und Positionierung

  • Hautnah bis maximal 5 cm Abstand für maximale Tiefenwirkung
  • Das Gelenk sollte frei zugänglich sein (keine Kleidung zwischen Gerät und Haut)
  • Bei flexiblen Pads oder Wraps: direkter Hautkontakt für beste Ergebnisse

Geeignete Geräte für Arthrose

Für die gezielte Anwendung an Gelenken eignen sich flexible Therapiegeräte besonders gut, da sie sich an die Gelenkform anpassen und direkten Hautkontakt ermöglichen.

  • FliKEZE 60-LED-Panel: Kompaktes Panel, das sich gut für die gezielte Bestrahlung von Knie, Ellenbogen oder Schulter eignet
  • Morfone 200-LED-Panel: Vielseitiges Panel für die Anwendung an verschiedenen Gelenken
  • HoTToeRaK 60-LED-Panel: Kompaktes Panel mit guter Wellenlängen-Kombination
  • Morfone Handgerät: Kleines, handliches Gerät für Finger- und Handgelenke

Wer mehrere Gelenke gleichzeitig behandeln möchte, kann auch ein Half-Body-Panel in Betracht ziehen — etwa für beide Knie oder den gesamten Rücken bei Wirbelsäulenarthrose.

Kombination mit konventioneller Therapie

Rotlichttherapie kann die konventionelle Arthrose-Behandlung ergänzen, aber niemals ersetzen. Die besten Ergebnisse erzielst du in Kombination mit:

  • Physiotherapie und Bewegung: Regelmäßige, gelenkschonende Bewegung ist die wichtigste Maßnahme bei Arthrose. PBM kann die Regeneration nach dem Training unterstützen.
  • Gewichtskontrolle: Bei Übergewicht reduziert bereits eine moderate Gewichtsabnahme die Belastung tragender Gelenke erheblich.
  • Ernährung: Eine entzündungshemmende Ernährung (reich an Omega-3-Fettsäuren, Gemüse, wenig verarbeitete Lebensmittel) kann die Entzündungsprozesse im Gelenk positiv beeinflussen.
  • Medikamente: Schmerzmedikamente (NSAR) sollten nur in Absprache mit dem Arzt angepasst werden — auch wenn sich die Symptome durch PBM verbessern.

Wichtig: Wann du zum Arzt solltest

Rotlichttherapie ist kein Ersatz für eine ärztliche Diagnose. Suche bitte einen Arzt auf, wenn:

  • Du zum ersten Mal Gelenkschmerzen hast und die Ursache nicht abgeklärt ist
  • Die Schmerzen plötzlich stark zunehmen
  • Ein Gelenk deutlich geschwollen, gerötet oder überwärmt ist
  • Du Fieber in Kombination mit Gelenkschmerzen hast
  • Die Beweglichkeit eines Gelenks stark eingeschränkt ist

Arthrose ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die professionelle medizinische Betreuung erfordert. PBM kann eine wertvolle Ergänzung sein, aber die Grundlage bildet immer eine fundierte ärztliche Begleitung.


Weiterführende Artikel: Wie funktioniert Rotlichttherapie? · Anwendung, Dauer & Abstand · Rotlichtlampe Kaufberatung

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