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EMF-Strahlung bei Rotlichtgeräten: Darauf musst du achten

Von Redaktion ·

Warum EMF bei Rotlichttherapie ein Thema ist

Jedes elektrische Gerät erzeugt elektromagnetische Felder (EMF). Das ist physikalisch unvermeidbar — vom Smartphone über den Laptop bis zum Kühlschrank. Bei den meisten Geräten im Alltag ist das kein Grund zur Sorge, weil du dich in ausreichendem Abstand befindest.

Bei Rotlichtpanels ist die Situation anders: Du stehst oder sitzt 15 bis 30 cm vor dem Gerät, und das für 10 bis 20 Minuten am Stück, oft täglich. Die Nähe und Regelmäßigkeit machen EMF zu einem relevanten Qualitätskriterium — auch wenn die gemessenen Werte bei guten Geräten weit unter den geltenden Grenzwerten liegen.

In diesem Artikel erklären wir, was EMF sind, wie sie in Rotlichtgeräten entstehen, welche Grenzwerte gelten und worauf du beim Kauf achten solltest.

Was sind elektromagnetische Felder?

Elektromagnetische Felder bestehen aus zwei Komponenten:

  • Elektrische Felder: Entstehen durch elektrische Spannung (gemessen in Volt pro Meter, V/m). Sie sind vorhanden, sobald ein Gerät an die Steckdose angeschlossen ist — auch wenn es ausgeschaltet ist.
  • Magnetische Felder: Entstehen durch fließenden Strom (gemessen in Mikrotesla, µT). Sie sind nur vorhanden, wenn das Gerät eingeschaltet ist und Strom fließt.

Bei Rotlichtgeräten sind vor allem die magnetischen Felder relevant, da die LEDs bei Betrieb hohe Ströme ziehen. Die Einheit, die du kennen solltest, ist Mikrotesla (µT).

Wichtig: EMF von Rotlichtgeräten sind niederfrequente elektromagnetische Felder (50 Hz Netzfrequenz und LED-Treiberfrequenzen). Sie haben nichts mit der therapeutischen Lichtstrahlung (660/850 nm) zu tun — das sind völlig verschiedene Bereiche des elektromagnetischen Spektrums.

Wie entstehen EMF in Rotlichtpanels?

Ein Rotlichtpanel besteht aus mehreren Komponenten, die alle EMF erzeugen können:

1. Netzteil (Transformator)

Das Netzteil wandelt die 230V Netzspannung in die niedrigere Betriebsspannung der LEDs um. Je nach Bauweise und Qualität des Netzteils entstehen dabei unterschiedlich starke elektromagnetische Felder. Günstige Schaltnetzteile erzeugen oft mehr EMF als hochwertige, abgeschirmte Netzteile.

2. LED-Treiber

Die LED-Treiber regeln den Strom, der durch die LEDs fließt. Bei großen Panels mit vielen LEDs fließen erhebliche Ströme. Die Anordnung der Leiterbahnen und die Schaltungsarchitektur beeinflussen direkt, wie viel EMF nach außen dringt.

3. Verkabelung

Die interne Verkabelung des Panels — von den Anschlusskabeln bis zu den Leiterbahnen auf der Platine — erzeugt magnetische Felder proportional zum Stromfluss. Verdrillung und Abschirmung der Kabel reduzieren die Abstrahlung erheblich.

4. Gehäuse

Das Gehäuse kann als Abschirmung wirken — oder eben nicht. Metallgehäuse schirmen EMF besser ab als Kunststoffgehäuse. Einige Hersteller verwenden gezielt Aluminium- oder Stahlgehäuse mit zusätzlichen Abschirmmaßnahmen.

EMF-Grenzwerte und Einordnung

Internationale Empfehlungen

Die ICNIRP (International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection) gibt Empfehlungen für die maximale EMF-Exposition. Für niederfrequente magnetische Felder (50 Hz) liegt der Referenzwert für die allgemeine Bevölkerung bei 200 µT. Dieser Wert ist bewusst konservativ und enthält erhebliche Sicherheitsmargen.

Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) stuft niederfrequente magnetische Felder in die Kategorie Gruppe 2B ein: “möglicherweise krebserregend für den Menschen”. Diese Einstufung bedeutet, dass es begrenzte Hinweise aus epidemiologischen Studien gibt, die Evidenz aber nicht ausreicht, um einen kausalen Zusammenhang herzustellen. Zum Vergleich: Auch eingelegtes Gemüse und Aloe-Vera-Extrakt fallen in dieselbe Kategorie.

Typische EMF-Werte im Alltag

Um die Werte von Rotlichtgeräten einordnen zu können, hier ein Überblick über alltägliche EMF-Quellen (magnetische Felder bei typischem Nutzungsabstand):

GerätTypischer AbstandEMF-Wert (µT)
Smartphone (telefonierend)Am Kopf0,1 - 2 µT
Laptop30-50 cm0,5 - 2 µT
Mikrowelle (in Betrieb)30 cm4 - 8 µT
HaarföhnAm Kopf6 - 20 µT
Induktionsherd30 cm1 - 5 µT
Rotlichtpanel (gut)15 cm0,2 - 0,5 µT
Rotlichtpanel (schlecht)15 cm3 - 10+ µT

Wie du siehst: Ein hochwertiges Rotlichtpanel erzeugt deutlich weniger EMF als ein Haarföhn oder eine Mikrowelle. Ein billiges Panel ohne EMF-Optimierung kann aber durchaus problematisch hohe Werte erreichen.

Gute vs. schlechte EMF-Werte bei Rotlichtgeräten

Die folgende Einordnung bezieht sich auf magnetische Felder, gemessen bei 15 cm Abstand (typischer Behandlungsabstand):

Unter 0,5 µT — Exzellent

Geräte in dieser Kategorie haben eine hervorragende EMF-Abschirmung. Die Werte liegen weit unter allen Grenzwerten und auch unter dem, was die meisten Alltagsgeräte abstrahlen. Hersteller wie FliKEZE erreichen regelmäßig Werte unter 0,3 µT.

0,5 bis 1 µT — Gut

Immer noch weit unter den Grenzwerten und vergleichbar mit einem Smartphone oder Laptop. Die meisten renommierten Hersteller (Morfone, Nebula, HoTToeRaK) liegen in diesem Bereich.

1 bis 3 µT — Akzeptabel

Diese Werte sind technisch unbedenklich, da sie unter den ICNIRP-Grenzwerten liegen. Allerdings liegen sie höher als nötig — es gibt Geräte, die dasselbe für weniger EMF leisten. Bei täglicher Nutzung lohnt es sich, auf ein besser abgeschirmtes Gerät umzusteigen.

Über 3 µT — Vermeiden

Werte über 3 µT bei 15 cm Abstand deuten auf mangelnde EMF-Optimierung hin. Solche Geräte stammen oft von No-Name-Herstellern, die keine Angaben zu EMF-Werten machen. Es gibt keinen Grund, ein Panel mit hohen EMF-Werten zu kaufen, wenn bessere Alternativen verfügbar sind.

Wie Hersteller EMF reduzieren

Hochwertige Hersteller setzen verschiedene Maßnahmen ein, um die EMF-Emission zu minimieren:

  • Abgeschirmte Netzteile: Hochwertige, abgeschirmte Schaltnetzteile statt billiger Standardware
  • Optimierte Leiterbahnführung: Sorgfältige Anordnung der Leiterbahnen auf der Platine, um sich gegenseitig aufhebende Feldlinien zu erzeugen
  • Verdrillte Kabel: Interne Kabel werden verdrillt, sodass sich die magnetischen Felder teilweise aufheben
  • Metallgehäuse: Aluminium- oder Stahlgehäuse wirken als Abschirmung für elektrische Felder
  • Erdung: Eine korrekte Erdung des Gehäuses leitet elektrische Felder ab
  • Hochfrequente LED-Treiber: Moderne Treiber arbeiten mit hohen Frequenzen, bei denen EMF schneller abfallen

Marken mit nachweislich niedrigen EMF-Werten

Folgende Hersteller sind für besonders niedrige EMF-Werte bekannt und veröffentlichen ihre Messwerte transparent:

  • FliKEZE: Durchgehend unter 0,3 µT bei 15 cm. Der Hersteller macht EMF-Minimierung zu einem zentralen Verkaufsargument und veröffentlicht detaillierte Messprotokolle.
  • HoTToeRaK: Sehr niedrige EMF-Werte, ebenfalls mit transparenter Dokumentation. Das Unternehmen legt großen Wert auf technische Qualität.
  • Nebula: Veröffentlicht EMF-Messwerte für alle Panels. Die Werte liegen typischerweise unter 0,5 µT.
  • Morfone: Gibt EMF-Werte auf der Website an, die im guten Bereich (< 0,5 µT) liegen.

Selbst messen: So prüfst du die EMF deines Geräts

Wenn du die EMF-Werte deines Rotlichtgeräts selbst überprüfen möchtest, brauchst du ein Gaussmeter (auch EMF-Meter genannt), das magnetische Felder in Mikrotesla (µT) messen kann. Empfehlenswerte Einstiegsgeräte gibt es ab ca. 30-50 EUR.

So gehst du vor:

  1. Vorbereitung: Schalte alle anderen elektrischen Geräte in der Nähe aus, um Störeinflüsse zu minimieren
  2. Hintergrundmessung: Miss zunächst den EMF-Wert bei ausgeschaltetem Panel, um den Hintergrundwert zu kennen
  3. Panel einschalten: Schalte das Rotlichtpanel ein und warte 1-2 Minuten, bis es stabil läuft
  4. Messung bei 15 cm: Halte das Gaussmeter in 15 cm Abstand vor die Panelmitte — das ist dein typischer Behandlungsabstand
  5. Messung bei 30 cm: Wiederhole die Messung bei 30 cm — EMF-Werte fallen mit dem Abstand stark ab
  6. Verschiedene Stellen: Miss auch an den Rändern und am Netzteil, da die EMF-Werte nicht überall gleich sind

Interpretation

Ziehe den Hintergrundwert von den Messwerten ab. Das Ergebnis ist der EMF-Beitrag deines Panels. Vergleiche mit der Skala oben (unter 0,5 µT = exzellent, 0,5-1 µT = gut, etc.).

Praktische Tipps zur EMF-Reduzierung

Auch bei einem Panel mit durchschnittlichen EMF-Werten kannst du die Exposition minimieren:

  • Abstand erhöhen: EMF-Felder nehmen mit dem Quadrat des Abstands ab. Schon 5 cm mehr Abstand machen einen spürbaren Unterschied
  • Erdung prüfen: Stelle sicher, dass dein Panel an einer geerdeten Steckdose angeschlossen ist
  • Netzteil entfernt platzieren: Wenn das Netzteil extern ist, platziere es möglichst weit von deinem Körper entfernt
  • Nicht mit dem Rücken zum Panel: Wenn möglich, stehe frontal zum Panel — die EMF sind auf der Rückseite oft höher

Fazit: EMF ernst nehmen, aber nicht übertreiben

EMF-Werte sind ein sinnvolles Qualitätskriterium bei der Wahl eines Rotlichtpanels. Hochwertige Geräte von renommierten Herstellern liegen weit unter den geltenden Grenzwerten und erzeugen weniger EMF als viele Alltagsgeräte, die du bereits nutzt.

Trotzdem lohnt es sich, beim Kauf auf transparent kommunizierte EMF-Werte zu achten. Hersteller, die ihre Messwerte veröffentlichen, zeigen damit nicht nur Vertrauen in ihr Produkt, sondern ermöglichen dir auch eine informierte Kaufentscheidung.

Wenn EMF-Sicherheit für dich hohe Priorität hat, sind Hersteller wie FliKEZE und HoTToeRaK eine besonders gute Wahl. Aber auch Marken wie Morfone und Nebula bieten Geräte mit EMF-Werten im guten bis exzellenten Bereich.


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